Junge Aussiedler aus Malchow arbeiten an Todendorfer Schlossanlage

Todendorf. Dass sie ordentlich zupacken können und dabei offensichtlich auch noch Spaß haben, daran ließen die jungen Leute aus Malchow, die im Hain des Todendorfer Schlosses Mitsuko in Aktion waren, keinen Zweifel aufkommen.
Heute geht das zweiwöchige Praktikum der 16- bis 26-jährigen Aussiedler aus der Beruflichen Schule der Inselstadt im Müritzkreis zu Ende. Und dabei haben die zwei Frauen und sechs Männer auch Spuren ihrer Arbeit hinterlassen. Positive, wie in Todendorf feststeht.
So entstand durch ihren Einsatz die Kopfsteinpflasterung unter dem Sonnentor – dem Eingang in den japanischen Hain. Neben Heckenpflanzen und Rasensaat gab es auch dort genug Arbeit für die Praktikanten. „Das war unser erster Praktikumeinsatz, ein Novum für uns und die Schüler“, schildert Karin Taubenheim, Schulsozialarbeiterin der Jugendlichen Aussiedler.
Mit Kosenamen
Dabei sei es nicht nur darum gegangen, etwas zu schaffen – wofür die Bedingungen und die Zusammenarbeit in Todendorf im übrigen ideal gewesen seien -, sondern beispielsweise auch um Zuverlässigkeit und Durchhaltevermögen an den einzelnen Arbeitstagen. „Da hat sich eine tolle Gruppe entwickelt“, schätzte Frau Taubenheim gestern in einem Gespräch mit dem Nordkurier ein. Zudem würden die Deutschkenntnisse, die die meisten der Schüler schon in recht ordentlichem Maße besäßen, weiter trainiert.
„Wir hoffen nun, dass das keine Eintagsfliege war, sondern möglicherweise der Auftakt für eine längere Zusammenarbeit auf dieser Basis“, sagte Franz Prinz von Sachsen-Altenburg. Er – aus Rey anreisend – angagiert sich gemeinsam mit vielen anderen Ehrenamtlichen beinahe täglich in und um Schloss Mitsuko. Der Senior wird von den Aussiedlern liebevoll „deduschka“ genannt, was so viel heißt wie Großväterchen. Für Frau Taubenheim ist das ein Zeichen dafür, dass sich die Malchower „gut eingelebt haben in ihren Alltag“, der morgen schon wieder Geschichte ist.
Die Arbeiten bei der Gestaltung der Anlage um „Mitsuko“ gehen hingegen weiter. Und zurzeit packt dabei auch mit Spaten und anderen Gerätschaften bewehrt, kein Geringerer als Prof. Heinrich Radeloff mit an, der für Schloss und Hain den Anstoß gab.