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  28.10.2003. „Mir gefällt es hier sehr gut“

Junge Aussiedler über ihre Erfahrungen in der Beruflichen Schule Malchow

von unserem Redaktionsmitglied Sandra Schütt

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Malchow. Anna, Stefan, Roman, Jacob, Nico und Jewgenij sind Schüler der Beruflichen Schule zur Integration schulpflichtiger Jugendlicher in Malchow. Wie fast alle an dieser Schule sind auch sie Spätaussiedler. Ziel der Bildungseinrichtung ist es, den Jugendlichen aus Russland die deutsche Sprache beizubringen und ihnen eine fundierte Berufsausbildung zu ermöglichen. Mit der deutschen Sprache klappt es bei den sechs Jugendlichen jedenfalls schon ganz gut. „Als ich hierher kam, konnte ich kaum ein Wort deutsch sprechen. Aber jetzt das schon ganz gut“, so Jacob.
„Jeder Neuankömmling macht vor dem Schulstart einen Aufnahmetest, in dem auch die Deutschkenntnisse überprüft werden. Grundkenntnisse sind Voraussetzung“, erläutert Schulleiter Uwe Gutzat, Dennoch fällt auf, dass sich die Jugendlichen untereinander auf Russisch unterhalten. „Das geht eben oft schneller und ist nicht ganz so anstrengend“, versucht Jacob zu erklären. Diese Möglichkeit hätten sie an einer anderen Schule in der Regel nicht, da sie dort überwiegend mit Deutschen zusammen und damit gezwungen wären, deutsch zu sprechen.
Trotzdem ist Anna überzeugt, dass ihr die Berufliche Schule in Malchow mehr Deutschkenntnisse vermittelt, als eine andere Schule leisten könnte. „Auf einer Realschule beispielsweise kann mir oft keiner helfen, wenn ich mal nicht verstehe. Hier kann uns ein Mitschüler oder auch der Lehrer die Bedeutung bestimmter Wörter erklären und nur so kann ich auch lernen“, sagt sie. „Ich war schon auf einer Realschule. Doch ich fühle mich hier besser in die deutsche Gesellschaft integriert als dort“, berichtet auch Nico von seinen Erfahrungen. „Zum Schulkonzept gehören viele einheimische Integrationspartner. So ist beispielsweise mit dem Warener Boxverein ein Boxzirkel geplant. Dort treffen die Spätaussiedler dann auf Einheimische und sind gezwungen, deutsch zu sprechen“, sagt er Schulleiter. Diese Begegnungen verdeutlichen Roman aber immer wieder, wie wenig hier aufgewachsene Jugendliche über die Russland-Deutschen wissen.
„In Russland fühlten wir uns als Deutsche. Hier werden wir als Russen“ beleidigt“, machte auch Jewgenij seine Erfahrungen. Diese Unkenntnis birgt Konflikte. „Wenn ich auf die Realschule gegangen wäre, hätte ich gewusst, dass ich mich viel prügeln werde. Hier passiert das nicht“, sagt Jacob. „Der „große Haufen“ hat natürlich positive und negative Aspekte“, beschreibt Gutzat die Situation. Doch die Jugendlichen sind sich einig, dass sie die Berufliche Schule besser integriert, als es eine andere Schulform überhaupt könnte. „Mir gefällt es hier sehr gut. Alle meine Träume von Deutschland sind in Erfüllung gegangen. Doch im Inneren werde ich mich wohl immer als Russe fühlen“, sagt Jacob, der seine Zukunft fest geplant hat und Maurer werden will.

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